Holger Friedrich: Wer ist der Verleger der Berliner Zeitung?

Wer regelmäßig deutsche Nachrichten verfolgt, ist dem Namen Holger Friedrich wahrscheinlich schon begegnet. Er gehört zu den Personen in der deutschen Medienbranche, über die besonders viel gesprochen wird. Manche kennen ihn als erfolgreichen Unternehmer, andere vor allem als Verleger der Berliner Zeitung. Doch nur wenige kennen seine ganze Geschichte.

Das Besondere an Holger Friedrich ist sein ungewöhnlicher Werdegang. Er kommt nicht aus dem Journalismus und auch nicht aus einer Verlegerfamilie. Seine Wurzeln liegen in der Technologiebranche, wo er mit seinem Unternehmen großen Erfolg hatte, bevor er sich völlig neu orientierte. Dieser Schritt in die Medienwelt hat viele überrascht und bis heute prägt er die Diskussionen über sein Wirken.

In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über Holger Friedrich. Wir schauen uns an, wo er aufgewachsen ist, wie seine berufliche Laufbahn begann und wie er schließlich zum Verleger der Berliner Zeitung wurde. Außerdem sprechen wir offen über die Kontroversen, die seinen Namen begleiten, und werfen einen Blick auf seine neuesten Projekte. Am Ende beantworten wir noch die Fragen, die am häufigsten zu Holger Friedrich gestellt werden.

Wer ist Holger Friedrich?

Holger Friedrich ist einer der meistdiskutierten Verleger in Deutschland. Viele Menschen kennen seinen Namen durch die Berliner Zeitung, aber nur wenige wissen, wie er eigentlich zu dieser Rolle gekommen ist. Sein Weg ist ungewöhnlich. Er hat nicht als Journalist angefangen, sondern als Unternehmer in der Technologiebranche. Erst später, im Jahr 2019, ist er in die Medienwelt eingestiegen.

In diesem Artikel schauen wir uns das Leben von Holger Friedrich genauer an. Wir sprechen über seine Kindheit in Ost-Berlin, seine Karriere als IT-Unternehmer und seinen Kauf der Berliner Zeitung. Außerdem gehen wir auf die Kontroversen ein, die ihn in den letzten Jahren begleitet haben. Am Ende beantworten wir auch die häufigsten Fragen, die Menschen zu Holger Friedrich haben.

FaktInformation
Geburtsdatum22. September 1966
GeburtsortOst-Berlin
BerufUnternehmer und Verleger
Bekannt fürBerliner Zeitung, Ostdeutsche Allgemeine Zeitung
EhepartnerinSilke Friedrich
Frühere StationenSPM Technologies, SAP, McKinsey, Software AG, CORE SE

Wie war die Kindheit und Jugend von Holger Friedrich?

Holger Friedrich wuchs im Heinrich-Heine-Viertel in Ost-Berlin auf. Seine Eltern trennten sich, als er noch ein Kind war. Sein leiblicher Vater arbeitete im Außenhandel, während seine Mutter als Lehrerin an einer Sonderschule tätig war. Sein Stiefvater war Architekt und arbeitete als Abteilungsleiter bei der Berliner Bauakademie. Zusammen mit seiner jüngeren Schwester lebte Holger Friedrich in einer Neubauwohnung in Berlin-Mitte.

Seine Ausbildung begann klassisch für die DDR-Zeit. Er machte eine Ausbildung als Schlosser in Niederschöneweide und verpflichtete sich anschließend für drei Jahre zur Nationalen Volksarmee. Dort war er unter anderem für Büroarbeiten zuständig.

Ein besonderer Moment in seinem Leben war die große Demonstration auf dem Alexanderplatz am 4. November 1989. Holger Friedrich nahm daran teil und beschrieb dieses Erlebnis später als eine „Sternstunde der Menschheit“. Dieser Satz zeigt, wie wichtig ihm dieser historische Moment war.

Wie hat Holger Friedrich seine Karriere in der Tech-Branche aufgebaut?

Der berufliche Aufstieg von Holger Friedrich begann in der IT-Branche. Zusammen mit Partnern gründete er die SPM – Systementwicklung Projektmanagement GmbH, später bekannt als SPM Technologies GmbH. Dieses Unternehmen war erfolgreich genug, um 2004 von der Dresdener SAP-SI übernommen zu werden. Ab 2006 gehörte diese Sparte zum großen Software-Konzern SAP. Dieser Verkauf machte Holger Friedrich zu einem vermögenden Unternehmer.

Nach dem Verkauf blieb Holger Friedrich nicht untätig. Er sammelte weitere Erfahrung in verschiedenen wichtigen Positionen:

  • Partner bei McKinsey & Company, einer der bekanntesten Unternehmensberatungen der Welt
  • Direktor bei Software AG, einem großen deutschen Softwareunternehmen
  • Vorstandsmitglied und Sprecher bei CORE SE
  • Gründungsmitglied des Hasso-Plattner-Instituts für Digital Engineering

Warum hat Holger Friedrich die Berliner Zeitung gekauft?

Im September 2019 sorgte Holger Friedrich für eine echte Überraschung in der deutschen Medienbranche. Zusammen mit seiner Frau Silke Friedrich kaufte er den Berliner Verlag, zu dem die Berliner Zeitung gehört, vom DuMont Verlag. Für viele war dieser Kauf unerwartet, denn das Ehepaar galt als branchenfremd. Weder Holger noch Silke Friedrich hatten vorher in der Zeitungsbranche gearbeitet.

Als Grund für den Kauf nannte das Ehepaar ihr zivilgesellschaftliches Engagement in bewegten Zeiten. Kurz nach dem Kauf veröffentlichten sie ein langes Manifest mit dem Titel „Was wir wollen“. Darin sprachen sie über Begriffe wie „reaktiven Fortschritt“ und „prophetische Rocktexte“. Viele in der Branche waren zunächst verwirrt darüber, was das Ehepaar eigentlich vorhatte. Sogar die Konkurrenzzeitung „nd“ schrieb damals, man wisse gar nicht genau, was die beiden wollten.

Die Berliner Zeitung selbst hat eine lange Geschichte. Sie wurde bereits 1945 gegründet und ist damit eine der traditionsreichsten Zeitungen Deutschlands. Unter Holger Friedrich sollte die Zeitung zu einem sogenannten Debattenblatt werden. Das bedeutet, dass auch Meinungen abgebildet werden sollten, die im sogenannten Mainstream weniger Platz finden. Dieses Konzept klingt auf den ersten Blick interessant, hat aber in den folgenden Jahren zu vielen Diskussionen geführt, wie wir im nächsten Abschnitt sehen werden.

Welche Kontroversen umgeben Holger Friedrich?

Kaum ein deutscher Verleger wird so kontrovers diskutiert wie Holger Friedrich. Mehrere Themen sorgen seit Jahren für Diskussionen in der Medienbranche und in der Öffentlichkeit. Die Stasi-Verbindung: Kurz nachdem Holger Friedrich die Berliner Zeitung gekauft hatte, wurde bekannt, dass er früher für die Stasi gearbeitet hatte. Diese Information sorgte für viel Aufsehen, da sie kurz nach dem überraschenden Zeitungskauf öffentlich wurde.

Die Ausrichtung der Berichterstattung: Kritiker werfen Holger Friedrich vor, dass die Berliner Zeitung unter seiner Führung eine wohlwollende Haltung gegenüber Russland eingenommen habe. Der Publizist Franz Sommerfeld schrieb 2024, diese Ausrichtung sei mittlerweile weitgehend abgeschlossen. Auch ein Artikel über chinesische Marxisten, den Holger Friedrich selbst verfasste, sorgte für Kritik. Die Schweizer Zeitung NZZ bezeichnete ihn in diesem Zusammenhang als die derzeit schillerndste Figur der deutschen Medienbranche.

Was macht Holger Friedrich 2025 und 2026?

Holger Friedrich ist auch in den letzten Jahren aktiv geblieben. Im Jahr 2025 übernahm er die Rechte zur Herausgabe des historisch bedeutenden Magazins Die Weltbühne. Dieses Magazin hat in Deutschland eine lange und bedeutende Tradition, besonders in der politischen Debattenkultur.

Im Jahr 2026 ging Holger Friedrich noch einen Schritt weiter. Er gründete die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung mit Sitz in Dresden, herausgegeben über die neue Ostdeutsche Medien Holding. Mit diesem Projekt möchte er eine Lücke im ostdeutschen Medienmarkt schließen. In einem Gespräch mit Jakob Augstein sprach Holger Friedrich ausführlich über sogenannten „ostdeutschen Trotz“ und darüber, wie er sich als „Ossi“ in der Medienbranche behaupten musste.

Auch dieses neue Projekt wird kritisch beobachtet. Einige Beobachter äußern die Sorge, dass die neue Zeitung ähnliche inhaltliche Tendenzen zeigen könnte wie die Berliner Zeitung. Andere sehen darin vor allem den Versuch, eine echte publizistische Stimme für Ostdeutschland zu schaffen. Wie sich dieses Projekt langfristig entwickelt, bleibt abzuwarten.

Häufig gestellte Fragen zu Holger Friedrich

Ist Holger Friedrich noch Besitzer der Berliner Zeitung?
Ja, Holger Friedrich ist weiterhin Eigentümer der Berliner Zeitung über den Berliner Verlag, den er zusammen mit seiner Frau Silke Friedrich seit 2019 besitzt.

Ist Holger Friedrich verheiratet?
Ja, Holger Friedrich ist mit Silke Friedrich verheiratet. Gemeinsam kauften sie 2019 den Berliner Verlag.

Was ist die CCG-Commercial Coordination Germany GmbH?
Das ist die Holding-Gesellschaft, in der Holger Friedrich seine verschiedenen Geschäftsaktivitäten bündelt. Dazu gehören Bereiche wie Technologie, Bildung, Veranstaltungen und seit 2019 auch Medien.

Welche Zeitungen gehören zu Holger Friedrich?
Zu seinem Medienportfolio zählen die Berliner Zeitung, das Magazin Die Weltbühne und seit 2026 die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung.

Fazit: Das Erbe von Holger Friedrich in den deutschen Medien

Die Geschichte von Holger Friedrich ist ungewöhnlich und vielschichtig. Vom Schlosserlehrling in der DDR über den erfolgreichen IT-Unternehmer bis hin zum Verleger einer der traditionsreichsten Zeitungen Deutschlands: Sein Weg zeigt, wie unterschiedlich Karrieren verlaufen können. Gleichzeitig bleibt Holger Friedrich eine Person, die viel Kritik auf sich zieht, besonders wegen seiner Nähe zu bestimmten politischen Positionen und der Ausrichtung seiner Medien.

Ob man seine Arbeit als mutig oder problematisch bewertet, hängt stark von der eigenen politischen Sichtweise ab. Fest steht jedoch: Holger Friedrich hat mit seinen Projekten, von der Berliner Zeitung bis zur neuen Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung, einen bleibenden Einfluss auf die deutsche Medienlandschaft hinterlassen. Es lohnt sich, seine weiteren Schritte in den kommenden Jahren im Blick zu behalten.

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